Kurze Anleitung für die Piña Colada
Für eine schnelle, unverfälschte Piña Colada:
– 4 cl weißer Rum
– 3 cl Kokosnusscreme
– 9 cl Ananassaft
– Eiswürfel oder Crushed Ice
Alles in einen Shaker geben, kräftig shaken und in ein gekühltes Glas auf Eis gießen. Mit einer Ananasscheibe und einer Kirsche garnieren.
So, fertig! Das ist die Basis – der Klassiker. Perfekt für alle, die nur ganz fix das Rezept suchen und gleich mit dem Mischen loslegen wollen.
Detaillierte Tipps für den Cocktail
Wenn wir uns nun ein bisschen mehr Zeit nehmen (was ich wärmstens empfehle – du willst ja schließlich den perfekten Drink, oder?), lassen sich ein paar Details und Feinheiten nicht ignorieren:
1. Rum:
Die Wahl des Rums kann den Charakter deiner Piña Colada massiv beeinflussen. Weißer Rum ist der Klassiker – schön leicht, neutral und er lässt die tropische Frucht und die Kokosnuss im Rampenlicht stehen. Falls du aber einen raffinierteren, tieferen Geschmack bevorzugst, nimm doch mal einen gereiften, goldenen Rum. Der bringt eine leichte Karamellnote ins Spiel. Auch ein Schuss dunkler Rum ist nicht unüblich, gerade auf den karibischen Inseln. Experimentieren erlaubt!
2. Kokosnusscreme vs. Kokosmilch:
Bitte verwechsle Kokosnusscreme nicht mit Kokosmilch! Die Creme ist dickflüssiger, süßer und die eigentliche Zutat in der authentischen Piña Colada. Kokosmilch ist zwar auch lecker, aber sie würde die Textur und Süße deines Cocktails drastisch verändern. Damit das Gleichgewicht der Aromen nicht verloren geht, halte dich an die Creme – am besten die „Creme de Coco“.
3. Frischer Ananassaft:
Die Qualität deines Ananassafts entscheidet über den Frischefaktor des Cocktails. Natürlich kannst du den Saft aus der Flasche verwenden, aber wenn du dir die Zeit nimmst und den Saft frisch aus einer reifen Ananas presst, wirst du den Unterschied sofort schmecken. Gerade der frische, natürliche Säuregehalt hebt den Drink auf das nächste Level.
4. Das Mixen:
Natürlich kannst du alle Zutaten in einen Shaker geben, schütteln und servieren. Aber: probiere doch mal, den Cocktail im Mixer zuzubereiten, mit Crushed Ice. Durch das Mixen wird alles cremig und fast milchshake-artig, was der Piña Colada ihre typische samtige Konsistenz verleiht. Perfekt für heiße Sommertage.
5. Garnitur:
Eine hübsche Ananas-Scheibe ist klassisch, aber du willst ja vielleicht noch einen visuellen Bonus einbauen. Eine Maraschino-Kirsche ist da oft der Go-to, aber auch hier gilt: sei kreativ! Ein Minzblatt oder sogar eine Prise Muskatnuss geben dem Drink das gewisse Etwas.
Abpassung der Süße:
Manche Piña Coladas können je nach Saft oder Kokoscreme ziemlich süß ausfallen (ich erinnere mich an eine Cocktail-Bar in Paris, wo es eher eine Zuckerfalle war als ein Drink!). Wenn du weniger Süße bevorzugst, kannst du mit einem Spritzer Limettensaft gegensteuern. So wird der Cocktail frisch, aber nicht zu süß klebrig.
Herkunftsgeschichte und Verwandte Cocktails
Die Piña Colada hat ihren Ursprung in Puerto Rico. Und wie bei so vielen ikonischen Cocktails pflegen auch bei diesem zwei Orte die „wahre“ Ursprungsgeschichte für sich zu beanspruchen.
Eine Version der Geschichte gibt das Caribe Hilton Hotel in San Juan; hier soll es im Jahr 1954 gewesen sein, als ein Barkeeper namens Ramón „Monchito“ Marrero diesen fruchtigen Klassiker erfunden hat. Marrero experimentierte rund drei Monate, um den perfekten tropischen Cocktail zu kreieren, der den Geist der Karibik einfängt. Angeblich war der Drink bei den Gästen so beliebt, dass er 35 Jahre lang weiter fast ausschließlich diese eine Bestellung zubereitete.
Eine weitere Version der Geschichte verweist auf einen lokalen Piraten, Roberto Cofresí, aus dem frühen 19. Jahrhundert. Um seine Mannschaft bei Laune zu halten (und wer könnte es der Crew schon verübeln?), mischte er Ananassaft, Kokosnusscreme und Rum zusammen. Diese Mixtur könnte also quasi der Urvater der Piña Colada sein. Ob der arme Kerl wohl ahnte, dass sein Drink irgendwann die Welt erobern würde?
Am 10. Juli 1978 verlieh die Regierung von Puerto Rico der Piña Colada offiziell den Titel des Nationalgetränks der Insel. So sieht’s aus: internationaler Ruhm, ein straightes Aushängeschild für die karibische Kultur.
Falls du noch tiefer gehen möchtest, gibt’s hier den Link zur Wikipedia-Seite für mehr Details:
Piña Colada auf Wikipedia
Verwandte Cocktails:
Die Piña Colada hat natürlich Einflüsse in anderen Cocktails hinterlassen und ist selbst verwandter von älteren Spielen. Ein direkter Cousin ist zum Beispiel der Painkiller, ein traditionelles Getränk aus den British Virgin Islands. Hier vermeidet man aber Kokoscreme und setzt auf mehr Saft und Muskatnuss obendrauf. Oder wie wäre es mit der Chi Chi, wo der Rum gegen Wodka getauscht wurde (sozusagen die Piña Colada für Wodka-Fans)?
Dann gibt es auch ähnliche tropische Kreationen wie die Batida de Coco aus Brasilien, die wiederum Cachaça statt Rum verwendet und auch auf Kokos basiert. Tropische Geschmackswelten gehen eben weit über die Karibik hinaus.
In jedem Fall steht die Piña Colada auf einer kurzen Liste von Drinks, die nicht nur an den Urlaub erinnern, sondern echte Icons der Barszene sind.











