Kurze Anleitung für den „Hangman’s Blood“ Cocktail
- Ein großes Glas mit Eis füllen.
- 15 ml Rum, 15 ml Gin, 15 ml Cognac, 15 ml Whisky und 15 ml Portwein hinzufügen.
- Das Glas mit Bier auffüllen.
- Ein Spritzer Champagner oder Schaumwein (optional) hinzufügen.
- Vorsichtig umrühren und servieren.
Detaillierte Tipps und Hinweise zu „Hangman’s Blood“
Wenn du jetzt gerade die Zutatenliste nochmal durchliest, wirst du vielleicht schmunzeln – das klingt, als hätten ein paar Seefahrer und ein Aristokrat zusammen beschlossen, das volle Programm aufzutischen. „Wieso nicht alles auf einmal?“ haben sie wohl gesagt. In der Tat ist Hangman’s Blood nicht weniger abenteuerlich als eine Reise auf hoher See. Aber mit der richtigen Vorgehensweise vermeidest du, dass aus diesem drink eine chaotische Mischung wird.
- Die Reihenfolge der Zutaten: Manche schwören darauf, dass du zuerst die Spirituosen eingießen solltest (ich zähle mich zu dieser Ecke), bevor du das Bier hinzugibst. Die kohlensäurehaltige Basis am Ende deines Mix-Vorgangs verhindert, dass zu viel Schaum entsteht, und sorgt gleichzeitig für eine saubere Mischung.
- Die Wahl des Biers: Persönliche Empfehlung? Ein mildes Lager oder ein Pale Ale. Der Drink hat so viel Power von den Spirituosen, dass du hier kein besonders kräftiges Bier brauchst. Ein stark gehopftes IPA könnte zum Beispiel das Gesamtaroma dominieren – und das wäre schade, wenn sich all diese hochfeinen Spirituosen dann im Hintergrund langweilen.
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Der Schuss Champagner: Ein bisschen „Extra“, wenn du möchtest, aber es hebt den Drink tatsächlich auf die nächste Stufe. Der Spritzer Champagner bringt eine willkommene Leichtigkeit in diese sonst eher robuste Mixtur. Wichtig ist hier die Balance – es geht ja nicht darum, den Cocktail in einem Schaummeer zu ertränken.
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Portwein nicht vergessen!: Hier zeigt sich, wie wichtig Alignment zwischen den Zutaten ist. Portwein ist das süße, geschmeidige Element im Drink und rundet die verschiedenen Aromen wunderbar ab. In einem ansonsten potenziell „kantigen“ Gebräu ist er quasi der Schlichter. Es lohnt sich, hier auf Qualität zu setzen, vielleicht mal einen 10 Jahre alten Tawny-Port ausprobieren.
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Kein Zitronensaft?: Ja, du hast richtig gelesen. Obwohl viele Cocktails ein bisschen Säure brauchen, um lebendig zu wirken – nicht dieser. Die komplexen Aromen stehen hier im Vordergrund, ohne dass wir mit zusätzlicher Säure arbeiten müssen.
Herkunft und Geschichte des „Hangman’s Blood“
„Hangman’s Blood“ ist kein Cocktail, den du zufällig auf der Karte einer Hotelbar in Monaco entdecken wirst (obwohl, wer weiß?). Die Ursprünge des Drinks sind nicht genau datiert, aber er wird oft Charles „Courage“ Dickens zugeschrieben, dem berühmten viktorianischen Schriftsteller. In einem Brief erwähnt er einen „verrückten Mix aus Spirituosen und Bier“, der erstaunlich an den Hangman’s Blood erinnert.
Laut literarischer Überlieferung – und das ist der charmant-verwinkelte Pfad, auf dem Cocktails und Literatur sich oft begegnen – geht die Legende so: Der Hangman’s Blood wurde als eine Art Abschieds-, oder nennen wir es Versöhnungs-Drink getrunken, bevor man auf den Galgen zulief. Er sollte dich in den Zustand versetzen, in dem du deine bevorstehende Hinrichtung vielleicht nicht mehr ganz so scharf wahrnimmst… Klingt makaber? Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, wie dieser Drink zu seinem düsteren Namen kam. Sprich: Dieser Cocktail ist nicht gerade für einen Montagmorgen im Büro geeignet.
Auch der britische Autor Sir Kingsley Amis (1922-1995), bekannt für seinen messerscharfen Humor und Hang zu böswilligen Scherzen, hat diesen Cocktail in seinem Buch „On Drink“ erwähnt. Er beschreibt den Hangman’s Blood als eine Ode an „die ultimativen abendlichen Eskapaden mit der Garantie, am nächsten Morgen die Rache deines Lebens auszustehen“.
Verwandte Cocktails:
Hörst du von dieser mächtigen Kombination aus Bier und Spirituosen, denkst du vielleicht an „Boilermaker“, jenes einfache Duo aus einem Bier und einem Whisky-Shot. Während der Boilermaker (sehr viel unkomplizierter, zugegeben) dazu dient, „zwei Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen, ist der Hangman’s Blood quasi der ausgetüftelte Cousin – mit einem Hang zur literarischen Dramaturgie.
Du könntest auch mit einem „Black Velvet“ vergleichen, eine Mischung aus Stout und Champagner, die ebenfalls zwei unglaubliche Maxima vereint: Erde und Eleganz. Aber Hangman’s Blood bringt das Ganze buchstäblich auf die Spitze von Wagemut und Extravaganz.
Leider gibt es noch keine Wikipedia-Seite, die exakt diesen Cocktail behandelt, aber wer weiß, vielleicht eines Tages – falls der Drink irgendwann aus den Händen guter Barkeeper in die Hall of Fame der Cocktails wandert.











