Schnelles Rezept für den Suffering Bastard:
- 30 ml Bourbon
- 30 ml Dry Gin
- 15 ml frischer Limettensaft
- 10 ml Simple Syrup (Zuckersirup)
- 2 Dashes Angostura Bitters
- Ginger Beer zum Auffüllen
- Alle Zutaten außer dem Ginger Beer in ein mit Eis gefülltes Cocktailshaker geben.
- Kräftig schütteln und in ein Highball-Glas mit Eis abseihen.
- Mit Ginger Beer auffüllen und vorsichtig umrühren.
- Mit einer Limettenscheibe und Minze garnieren.
Detailierte Tipps zur Zubereitung und Zutatenwahl:
Der Suffering Bastard hat eine interessante Dualität: Er balanciert zwischen dem kräftigen Charakter von Bourbon und dem floral-würzigen Profil des Gins. Hier ein paar Details, damit dein Drink richtig gut wird:
- Bourbon: Du brauchst hier keinen ultra-komplexen, teuren Bourbon. Ein solider, nicht zu torfiger Bourbon wie ein Buffalo Trace oder Bulleit funktioniert sehr gut. Der Bourbon sorgt für die „Schwere“ in diesem Drink.
- Gin: Verwende einen London Dry Gin, der klassische Wacholdernoten hat, aber nicht zu aggressiv ist. Ein Tanqueray oder Bombay Sapphire passt wunderbar, um den Gin nicht zu dominant werden zu lassen.
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Frischer Limettensaft: Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig frisch gepresster Limettensaft ist. Aber ich werde es trotzdem sagen: Frischer Limettensaft ist wesentlich besser als abgefüllter. Der frische Saft bringt die notwendige Säure und Komplexität. Ein kleiner Tipp: Rolle die Limette vor dem Auspressen mit etwas Druck auf der Arbeitsfläche – das hilft, mehr Saft zu bekommen.
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Simple Syrup: Ein ganz einfacher Zuckersirup im Verhältnis 1:1 (Zucker:Wasser) genügt. Wenn dir der Drink zu herb ist, kannst du auch ein bisschen mehr als 10 ml verwenden, aber taste dich vorsichtig heran.
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Angostura Bitters: Die Dashes (also kräftigen Tropfen) sind hier essenziell. Mache nicht den Fehler, sparsam zu dosieren – sie verpassen dem Cocktail seine zusätzliche Tiefe und verbinden die verschiedenen Geschmacksrichtungen perfekt miteinander. Ein Suffering Bastard ohne Angostura ist wie ein Song ohne Bass.
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Ginger Beer: Supermeinungs-Trigger! Ja, es muss Ginger Beer sein, nicht Ginger Ale. Ginger Beer ist schärfer und würziger und gibt dem Drink eine schöne Tiefe. Ich rate dir, ein qualitativ gutes Ginger Beer wie Fentimans oder Fever-Tree zu verwenden.
Trink-Flow: Der Drink sollte gut gekühlt serviert werden, idealerweise in einem mit viel Eis gefüllten Glas. Die Ginger-Bier-Komponente wird nicht lange sprudeln, also kein langes Reden halten, bevor du ihn genießt 🙂
Herkunft: Die Geschichte hinter dem Cocktail
Der Suffering Bastard hat eine urkomische, wenn auch etwas skurrile Geschichte: Er entstand in den 1940er Jahren in Ägypten, genauer gesagt im legendären Shepherd’s Hotel in Kairo. Der Barkeeper, Joe Scialom, erfand ihn während des Zweiten Weltkriegs, als britische Offiziere nach einer Lösung für schlimme Kateranfälle suchten. Der Drink sollte tatsächlich als Katermittel wirken – kein Wunder, bei der Kombination aus Bourbon und Gin! Man stelle sich eine hektische, damals belagerte Stadt vor, in der gestresste Soldaten und Diplomaten sich auf ein beschwipstes Wundermittelchen verlassen wollten.
Diese Geschichte allein verleiht dem Drink so einiges an Charme. Er war auch bekannt als der „Gimlet des Nahen Ostens.“ Es hieß sogar, der Cocktail hätte General Rommel geholfen, eine Offensive in Afrika zu überleben (natürlich ein gewagter Mythos, aber hey, das macht die Sache nicht weniger unterhaltsam).
Verwandt mit dem Suffering Bastard ist der Mai Tai, insbesondere durch die Verwendung von Limette und die bittersüßen Aromen. Es gibt auch Varianten des Suffering Bastard, wie etwa den Dead Bastard, bei dem man noch Rum hinzufügt – ein etwas „tödlicheres“ Erlebnis, versteht sich.
Es gibt keinen speziellen Wikipedia-Eintrag zum Suffering Bastard selbst, aber hier findest du mehr über das berühmte Shepheard’s Hotel, wo der Drink zum Leben erweckt wurde.
Man kann guten Gewissens sagen, dass der Suffering Bastard mehr als ein Cocktail ist – er ist ein erfrischender Anachronismus, der auch heute noch als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart fungiert.











