Rezept für den Sumatra Kula (Kurzversion)
- 4 cl dunkler Rum
- 2 cl Limettensaft
- 1 cl Orgeat-Sirup (Mandelsirup)
- 10 cl Guavasaft
- Crushed Ice
- Minze und Limettenscheibe als Garnitur
Zubereitung: Alle Zutaten in einen Shaker geben, kräftig schütteln, dann in ein großes Glas mit Crushed Ice abseihen. Mit Minze und Limettenscheibe garnieren. Fertig!
Tipps und Hintergrundwissen zum Sumatra Kula
Der Sumatra Kula bewegt sich ein wenig abseits des Mainstreams der Tiki-Cocktails, was ihn zu einer spannenden Wahl macht, wenn du nicht schon wieder einen klassischen Mai Tai trinken willst, aber auch keine Lust auf stark alkoholische, eher schwere Drinks hast. Dank des Guavasafts hat der Sumatra Kula eine fruchtige Süße, die durch den leicht nussigen Geschmack des Orgeat-Sirups schön ausbalanciert wird. Überhaupt stellt der Sirup eine der wichtigsten Zutaten dieses Cocktails dar – falls du die Marke wechseln oder auf eine selbst gemischte Variante setzen möchtest, wirst du direkt merken, wie sich das Profil des Drinks verändert.
Rumwahl: Wähle einen kräftigen, vollmundigen dunklen Rum. Ein Jamaika-Rum passt hier gut, da er mit seinen würzigen und leicht süßlichen Noten das tropische Aroma des Cocktails unterstreicht. Solltest du jedoch einen Overproof-Rum bevorzugen, damit es richtig „kracht“, empfiehlt es sich, den Limettensaft oder den Sirup minimal zu reduzieren, um die Balance zu wahren.
Orgeat-Sirup: Diesen wunderbaren Mandelsirup bekommst du natürlich im gut sortierten Spirituosenhandel oder kannst ihn mit etwas Aufwand auch selbst herstellen. Mandeln, Zucker, Orangen- und Rosenwasser verleihen dem Sirup sein tiefes, florales Aroma, das besonders in Tiki-Drinks eine wichtige Rolle spielt. Nur Vorsicht: Zu viel Sirup kann den Drink schnell ins Nachspeisenartige kippen lassen.
Guavasaft: Falls du frischen Guavasaft verwenden kannst, tu das unbedingt. Er bringt eine Tiefe, die vor allem mit der Limette hervorragend zusammenspielt. Im Notfall geht auch ein abgefüllter Saft, aber achte darauf, dass er wenig Zuckerzusatz enthält.
Noch ein schneller Tipp: Shaker gut verschließen! Guavasaft hat eine Tendenz, sich über alles zu verteilen, wenn das Shaker-Siegel nicht perfekt sitzt – ich spreche hier aus Erfahrung.
Herkunft und verwandte Cocktails
Der Sumatra Kula stammt aus der goldenen Ära der Tiki-Kultur, die in den USA in den 1930er-60er Jahren stark populär war. Tiki-Drinks wie der Sumatra Kula wurden oft von fernen, fast mythischen Orten inspiriert, obwohl ihre tatsächliche Herkunft – abgesehen von einigen karibischen Einflüssen – meist mehr mit erfundenen Erzählungen als mit authentischen Wurzeln zu tun hatte.
Der Sumatra Kula, genauer gesagt, war eine Schöpfung von Donn Beach – besser bekannt als Don the Beachcomber. Beach gründete die erste Tiki-Bar in Los Angeles in den 1930er Jahren und gilt als Erfinder vieler ikonischer Cocktails. Seine Drinks, wie auch der Sumatra Kula, waren oft stark von polynesischen und südostasiatischen Aromen beeinflusst – oder zumindest der Vorstellung davon. Dabei waren Guaven, Limetten und Rum eine häufige Kombination, die tropische Urlaubsphantasien in den urbanen Alltag brachte.
Es gibt einige verwandte Cocktails, die oft ähnliche Zutaten enthalten, dennoch komplett unterschiedliche Geschmacksprofile haben. Besonders erwähnenswert sind hier z. B. der klassische Mai Tai, der mit Rum, Limette und Orgeat in eine ähnliche Richtung geht, aber durch die Zugabe von Curacao eine süßere Note erhält. Oder auch der Zombie, der – sicherlich nicht zuletzt seines hohen Alkoholgehalts wegen – in die gleiche Tiki-Schublade gehört, aber durch die Kombination verschiedener Rums und Fruchtsäfte ein vollkommen anderes Erlebnis bietet.
Leider existiert bis jetzt keine eigene Wikipedia-Seite zum Sumatra Kula, allerdings findest du mehr über die Geschichte von Don the Beachcomber und der Tiki-Kultur allgemein dort unter folgendem Link.
Amüsant finde ich, dass der Tiki-Boom eigentlich als Antwort auf die Prohibition und die harte Zeit der Weltwirtschaftskrise interpretiert werden kann. Nachdem endlich wieder offiziell getrunken werden durfte, war es fast eine Flucht in die tropischen Träume, die über kitschige Bars, bunten Cocktails und süße Melodien aus Hawaii und dem Südpazifik die realweltlichen Strapazen vergessen ließ. Und was wäre da besser geeignet als ein erfrischender, exotischer Rum-Cocktail mit einem Hauch weit entfernter Inselnächte?
Jedenfalls, ich hoffe, du hast jetzt Lust bekommen, mal selbst die Shaker in die Hand zu nehmen und die Geschichte des Drinks im Glas zu erleben!











