Angel Face

Angel Face

Kurze Zubereitungsanleitung für den Angel Face Cocktail:

Zutaten:
– 30 ml Gin
– 30 ml Apricot Brandy
– 30 ml Calvados

Zubereitung:
Alle Zutaten mit Eiswürfeln in einen Shaker geben. Gut schütteln und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Ohne Garnitur servieren.


Detaillierte Tipps zur Zubereitung:

So, nachdem du den schnellen Part abgehakt hast, lass uns jetzt ein bisschen tiefer einsteigen – schließlich reden wir hier nicht über irgendeinen rein zufälligen Mix, sondern einen Cocktailklassiker mit Charakter.

  1. Gin: Der Angel Face lebt vom Zusammenspiel aus Gin, Apricot Brandy und Calvados. Man könnte meinen, der Gin sei nur der unschuldige „Zuschauer“, aber weit gefehlt! Da kommen wir schnell an analytische Themen wie Botanik des Gins: Ein Gin mit ausgewogenem Wacholderton, der nicht zu scharf ist, macht hier den Unterschied. London Dry? Klassisch und funktioniert gut. Wenn du etwas Experimentierfreude hast, könntest du aber auch einen „New Western“ Gin probieren, der weniger Wacholder hat und daneben blumig oder zitruslastig ist.

  2. Apricot Brandy: Hier geht es nicht um den süßen Likör, den man vielleicht aus den Dessertcocktails kennt. Es gibt Brandy- und Likörvarianten beim Aprikosenbrand, und für den Angel Face solltest du Brandy verwenden, der die Fruchtigkeit der Aprikose sanft in den Vordergrund bringt, ohne die Süße zu überbetonen. Top-Qualität hilft bei dieser Balance enorm, also kein Supermarkt-Schnäppchen hier, bitte.

  3. Calvados – der französische Akzent: Calvados ist ein Apfelbranntwein aus der Normandie. Der gibt dem Cocktail eine gewisse Tiefe und ein wenig herbstlichen Charakter. Je nachdem, ob Du eher einen jüngeren (VSOP) oder eine ältere (XO) Version nimmst, kannst du den Calvados betonter oder weicher zur Geltung bringen. Junge Calvados haben mehr Apfelaroma, während ältere eher holzige und Vanillenoten beisteuern. Wenn du es fruchtiger magst, tendiere zu einem jüngeren Calvados.

  4. Shaken nicht gerührt: Normalerweise wird ein Mix mit Spirituosen oft gerührt, aber hier empfehlen wir das Shaken, um die Bestandteile besser zu vermischen und den Apricot Brandy ein bisschen zu „öffnen“. Es hilft auch, den Drink etwas kühler zu machen.

  5. Probieren und anpassen: Hier kommt der Wirtschaftsinformatiker durch: nach dem ersten Durchlauf der Zubereitung solltest du schnell eine iterative Verbesserung anstreben. Schmeckt es lecker, aber könnte der Calvados etwas stärker hervortreten? Fehlt ein bisschen „Frische”, weil der Gin zu zurückhaltend ist? Nimm kleine Anpassungen vor und taste dich an deine perfekte Rezeptur heran.


Herkunft und verwandte Cocktails:

Man vermutet, dass der Angel Face in den 1920er Jahren seinen Ursprung hat – ein weiteres Relikt aus der Prohibition-Ära. Er taucht im Savoy Cocktail Book von Harry Craddock auf, das erste Mal 1930 in London veröffentlicht. Craddock, ein fähiger Barmann, war ein berüchtigter Prohibitionsflüchtling aus den USA – irgendwie stell ich mir ihn immer wie den Helden eines lange vergessenen Schwarzweißfilms vor, der vor der Polizei auf seiner Harley flieht, um am Ende in einem leeren Londoner Keller irgendwo außergewöhnliche Drinks zu zaubern.

Der Name selbst – Angel Face – bleibt bis heute etwas rätselhaft. Möglicherweise verweist er auf die „Engelsgesichter“ der hübschen, unschuldig wirkenden Gäste, die in den Bars saßen, oder vielleicht weist er auf den Geschmack hin: „Süß“, aber mit einem Hauch von Substanz und Tiefe. Eine andere Theorie besagt, dass der Drink nach einem gangsterhaften Schläger mit einem engelsgleichen Gesicht benannt ist, was dem Drink gleich diesen mysteriösen Reiz verleiht.

Verwandt ist er am ehesten mit einigen anderen dreiteiligen Klassikern jener Ära, wie dem Sidecar oder dem Jack Rose. Auch diese Cocktails spielen mit feinen und etwas ungewöhnlichen Spirituosenkombinationen, bei denen Frucht und Herbheit ausgewogen zusammentreffen. Ähnlichkeiten findet man oft in jenen Cocktails der 1910er und 1920er, die Brandy unterstützend für Gin oder Whisky ins Spiel bringen.

Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen willst, gibt es auch eine Wikipedia-Seite zum Angel Face, die vielleicht auch noch ein paar interessante historische Eckpunkte auf Lager hat. Aber hey, deine eigene Reise durch die Welt der Cocktails sollte ja damit nicht aufhören. Experimentiere weiter, genieße den Prozess – und vielleicht erfindest du ja selbst eines Tages deinen eigenen Klassiker.

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