Kurzfassung zur Zubereitung des Corpse Reviver #2:
Dieser Cocktail ist einfach zuzubereiten und benötigt eine Handvoll Zutaten, die wahrscheinlich nicht in jeder Standard-Hausbar zu finden sind, aber es lohnt sich, sie zu besorgen.
Rezept:
– 3 cl Gin
– 3 cl Lillet Blanc (alternativ kann auch Cocchi Americano verwendet werden)
– 3 cl Cointreau
– 3 cl frischer Zitronensaft
– 1 Tropfen Absinth
Zubereitung:
Alles in einen Shaker mit Eis geben und kräftig schütteln. In ein gekühltes Cocktailglas abseihen und genießen!
Detaillierte Tipps für den perfekten Corpse Reviver #2:
Nun zu den Feinheiten:
– Balance ist alles: Corpse Reviver #2 ist ein Beispiel für einen perfekt ausbalancierten Cocktail. Jede Zutat hat ihre Rolle, und keine sollte die Andere übertrumpfen. Wenn du es zu sauer oder zu süß findest, justiere die Menge des Zitronensafts und Cointreaus leicht nach Geschmack. Aber sei vorsichtig – zu viel vom einen oder anderen und der Drink verliert seinen Charme.
- Die richtigen Zutaten machen den Unterschied:
- Besorg dir guten Gin, idealerweise einen London Dry oder etwas mit eher floralen Noten. Der Gin ist der Anker dieses Drinks, und ein Botanischer Gin kann den Cocktail in eine völlig neue Dimension heben.
- Lillet Blanc vs. Cocchi Americano: Klassisch wurde Lillet Blanc verwendet, aber Puristen tendieren zu Cocchi Americano, weil es dem ursprünglichen Kina Lillet näher kommen soll (das heute nicht mehr hergestellt wird). Cocchi ist etwas bitterer und gibt dem Drink mehr Komplexität. Probiere beide aus und entscheide selbst, was dir mehr liegt.
- Absinth ist kein Muss, aber ein Spielveränderer: Wirklich nur ein Tropfen – anders als manch anderer Cocktail, in dem Absinth in größeren Mengen verwendet wird, sollte hier seine Rolle subtil und fast unbemerkt sein. Wenn zu viel verwendet wird, wird der Cocktail „untrinkbar“.
- Zitronensaft immer frisch! Kein Platz hier für Flaschenware – gerade bei einem so schlichten Drink macht jedes Detail einen Unterschied, und ja, frisch gepresster Zitronensaft ist ein Muss. Wenn du noch eine Zitronenspirale als Garnish hinzufügen möchtest – umso besser.
- Das richtige Shaken: Schüttle den Cocktail wirklich kräftig mit Eis. Du willst ihn eiskalt und leicht luftig. Wenn du das Cocktailglas vorher kühlst, umso besser!
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Gläserwahl: Ein gekühltes Coupé-Glas oder Martini-Glas ist ideal. In einem warmen Glas verliert der Drink schnell seine Frische.
Die Geschichte hinter dem Corpse Reviver #2:
Der Name „Corpse Reviver“ (dt. etwa: „Leichenwiederbeleber“) klingt nicht gerade vertrauenerweckend, aber das war genau die Absicht! Diese Cocktails wurden ursprünglich als kräftige Muntermacher entwickelt, die man vor allem am Morgen nach einer etwas… nennen wir es, ausgelassenen Nacht trinkt. Der berühmte Barkeeper Harry Craddock erwähnt den Drink in seinem Buch „The Savoy Cocktail Book“ (erstmals veröffentlicht 1930), einer Art Bibel der Cocktailkunst der damaligen Zeit. Und das ist der Witz an der Sache: Wenn du einen Corpse Reviver #2 trinkst, sollte er angeblich deinem Kater ein Ende bereiten – aber wenn du zu viele davon nimmst, könnte er dich tatsächlich wieder außer Gefecht setzen! Craddocks berühmte Warnung lautet: „Vier davon in schneller Folge werden einen Leichnam wieder niederlegen.“
Das Konzept der „Corpse Revivers“ war bereits im 19. Jahrhundert bekannt, aber es gibt verschiedenste Versionen. Der Corpse Reviver #1 zum Beispiel ist eine ganz andere Mischung – eine Kombination aus Cognac, Calvados und süßem Wermut, ebenfalls für die angebliche Wiederbelebung strapazierter Nachtschwärmer konzipiert. Man begegnet ihm heute allerdings viel seltener als dem #2.
Zu dem Thema gibt es auch weniger historische Debatten als bei manch anderem berühmten Drink. Der Nr. 2 genießt eindeutig die größere Popularität in der modernen Barszene, zurückzuführen vielleicht auf die Frische durch die Zitrone und Lillet und die Leichtigkeit im Vergleich zu schwereren Kater-„Heilmitteln“. Es gibt sozusagen eine Renaissance alter Getränke, und der Corpse Reviver ist da ein Paradebeispiel.
Verwandte Cocktails:
Neben dem bereits bekannten Corpse Reviver #1 gibt es auch andere Cocktails, die ähnlich funktionieren und ebenfalls versuchen, das Gleichgewicht zwischen Süße, Frische und einem soliden Alkoholgehalt zu halten:
– Sidecar: Ein klassischer Cognac-Cocktail, der dem Corpse Reviver #2 ähnelt durch den Einsatz von Zitronensaft und Cointreau, jedoch ohne den bitteren Touch durch Lillet oder Absinth.
– Last Word: Dieser auf Gin, Chartreuse, Maraschino-Likör und Limettensaft basierende Cocktail hat eine ähnliche Raffinesse und Balance.
Es gibt keine separate Wikipedia-Seite für den Cocktail, aber du kannst mehr über ihn im Rahmen des Savoy Cocktail Books auf Wikipedia nachlesen:
Harry Craddock und das Savoy Cocktail Book auf Wikipedia
Kurz gesagt: Das Erbe dieses Cocktails mag aus der Prohibition stammen, aber seine Eleganz und Zeitlosigkeit machen ihn auch heute noch zu einem Favoriten in vielen Bars weltweit.











