Last Word

Last Word

Kurzrezept für den Last Word Cocktail:

Für alle, die direkt zum Punkt kommen wollen:

  • 2,5 cl Gin
  • 2,5 cl Maraschino Likör
  • 2,5 cl Chartreuse Verte (grüner Kräuterlikör)
  • 2,5 cl frischer Limettensaft

Alles zu gleichen Teilen. In einem Shaker mit Eis kräftig schütteln, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen und genießen.


Detailtipps für den Last Word:

So, jetzt wenn du ein bisschen Zeit hast, lass uns ins Detail gehen. Der Last Word ist ein Paradebeispiel für einen Gleichgewichts-Cocktail. Die Balance der Zutaten, alle im genau gleichen Verhältnis, sorgt für eine komplexe, aber harmonische Komposition aus Kräutern, Frucht und dezenter Süße.

  1. Gin-Auswahl: Der Klassiker verwendet einen Dry Gin. Dadurch bleibt der Drink relativ trocken und der Gin schwingt immer harmonisch mit. Aber nichts spricht dagegen, mutiger zu sein. Manche experimentieren mit einem Old Tom, wenn sie es leicht süßlicher wollen – das könnte den Maraschino ergänzen. Finde hier deine eigene Balance!

  2. Maraschino – der unterschätzte Star: Maraschino ist ein Likör aus Maraska-Kirschen, aber er haut dich nicht mit süßer Kirschkompott-Wucht um. Vielmehr bringt er subtile, fast nussige Aromen in den Drink. Sei sicher, dass du Maraschino Likör und nicht den Sirup nimmst (das wäre ein No-Go!). Luxardo ist hier ein guter, klassischer Vertreter.

  3. Chartreuse Verte – die wilde Komponente: Grüner Chartreuse ist wohl der intensivste Bestandteil von allen. Er bringt über 130 Kräuteraromen in den Cocktail und hat mit seinen ca. 55 % Alkohol auch ordentlich Power. Man kann ihn nicht ignorieren, und das will man auch gar nicht. Der Chartreuse bietet das „Grüne Gewissen“ des Cocktails. Kleiner Hinweis: Nicht du sparst den Drink, der Drink spart dich.

  4. Limettensaft – das Gleichgewicht: Frisch gepresst, versteht sich. Bitte nicht auf Fertiglimettensaft zurückgreifen, es lohnt sich nämlich, limetten-mäßig den Arm zu heben. Der Limettensaft hellt den Drink auf und bietet die Säure, die der Maraschino und Chartreuse brauchen, um sich nicht gegenseitig zu überlagern. Stell dir den Limettensaft wie den Load Balancer vor – ohne ihn würde das System ins Wanken geraten.

  5. Ausrüstung: Gekühltes Glas – immer! Der Last Word wird am besten “straight up”, also ohne Eis, serviert, aber um Himmels willen, lass das Glas schön kalt sein. Wenn du den Drink abseihst, achte darauf, dass keine Eisstücke im Glas landen. Eine go-to-Lösung: Doppelsieben durch ein Feinsieb.


Geschichte und Herkunft des Last Word:

Der Last Word wurde anscheinend in den 1920er Jahren während der Prohibitions-Ära in der Detroiter Bar des Athletic Club entwickelt. Interessanterweise war er viele Jahre nahezu komplett in Vergessenheit geraten – bis er in den frühen 2000er Jahren eine wahre Renaissance in der modernen Barszene erlebte.

Es wird gesagt, dass der Drink ursprünglich um 1920 als relativ teurer Cocktail galt – damals kostete er stolze 35 Cent, was ihn zu einem Luxus-Cocktail dieser Zeit machte. Man muss sagen: Irgendwie passt das auch zu seinem leicht exzentrischen Geschmack.

Ein entscheidender Moment in der jüngeren Geschichte des Last Word war, als Murray Stenson – ein Barkeeper aus Seattle – den Drink wiederentdeckte und ihn stolz in der berühmten Zig Zag Café Bar aufführte. Von da an nahm der letzte „gute Rat“ (so die sinngemäße Übersetzung des Namens) seinen verdienten Platz auf Cocktailkarten weltweit ein.

Verwandte Kreationen findest du im Naked & Famous (vertauscht den Gin durch Mezcal) oder auch im Final Ward, der Rye Whiskey und Zitronensaft verwendet, um den Drink etwas herzhafter zu machen. Interessant oder? Es scheint, als könnte der Last Word in vielen Versionen das „letzte Wort“ haben.

Wenn du noch mehr nachlesen willst, hier ist der Wikipedia-Eintrag zum Last Word: Last Word Cocktail auf Wikipedia.


Egal, wie du es drehst und wendest – der Last Word bleibt einer dieser Getränke, die deinen Kopf ein wenig beschäftigen, bevor du trinkst, und dich danach nicht mehr loslassen.

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